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Welche Risiken birgt die Nutzung einer automatischen Übersetzung im medizinischen Bereich? Im Rahmen einer englischen Studie wurde Google Translate getestet. Es wurden 260 medizinische Übersetzungen durchgeführt.

Die aktuelle Lage im Bereich automatischer Übersetzungen

Seit der Einführung 2006 bot Google Translate kontinuierlich Innovationen und entwickelte sich weiter, unter Berücksichtigung der neuesten technischen Fortschritte und der Bedürfnisse der Anwender. Heute werden 103 Sprachen unterstützt, darunter wenig bekannte oder im Verschwinden begriffene Dialekte. Auch wenn dies für die Übersetzungen aus dem täglichen Leben ganz praktisch ist, so stellen technische Texte ganz andere Anforderungen an den Übersetzer und die Nutzung der atomatischen Übersetzung kann zu nicht aussagekräftigen oder sogar potentiell gefährlichen Ergebnissen führen, je nach Nutzung der Software.

Im medizinischen und pharmazeutischen Bereich ist diese Gefahr umso größer, da hier ein Mangel an Präzision verheerende Folgen haben kann. Eine automatische Übersetzung von Beipackzetteln, informativen Broschüren, Webseiten, medizinischen Dokumenten, Fällen aus der Praxis und klinischen Tests birgt einige Risiken.

Lost in translation

Im Jahr 2014 hat das brittische Gesundheitssystem, die NHS (National Health Service), von Google Translate die zehn am häufigsten verwendeten, medizinischen Aussagen, die gegenüber Patienten und ihren Angehörigen verwendet werden, in 26 Sprachen Übersetzen lassen. Die Studie wurde im British Medical Journal veröffentlicht und ergab, dass weniger als 60% der medizinischen Übersetzungen korrekt waren. Natürlich ändert sich das Ergebnis, je nach Struktur der Quell- und Zielsprache. Medizinische Übersetzungen in westliche Sprachen zeigten die geringste Fehlerrate, bei Übersetzungen in afrikanische oder asiatische Sprachen lag die Fehlerquote bei 55%.

Die medizinischen Übersetzungen, die übrigens von Medizinern überprüft wurden, vermittelten oftmals überraschende Botschaften. Der Satz „Ihr Ehemann hatte einen Herzstillstand“ wurde, nach der Übersetzung aus der indischen Sprache Marathi ins Englische, zu „das Herz Ihres Ehemanns wurde ins Gefängnis gesperrt“, der polnische Satz „Ihr Ehemann hat die Möglichkeit, seine Organe zu spenden“ wurde zu „Ihr Ehemann kann seine Werkzeuge geben“. Es ergab sich, dass einige Probleme der automatischen Übersetzung es momentan nicht möglich machen, eine korrekte medizinische Übersetzung zu erstellen, ohne einen menschlichen Übersetzer/Dolmetscher einzusetzen.

Eine fragwürdige Zuverlässigkeit

Heute scheint Google die Antwort auf alles zu sein und bietet verschiedenste und umfassende Services. Bei dem geringsten Zweifel suchen viele Patienten heute eine Antwort auf ihre Beschwerden, indem sie die Symptome in die Suchmaschine eingeben. Jedoch verliert sich der Normalverbraucher leicht in der Vielzahl der bereit gestellten Informationen. Die Folge ist eine unangemessene Selbstmedikation. In solchen Fällen sollte man sich also an einen „echten“ Mediziner wenden, statt an das Internet. Im Bereich der medizinischen Übersetzung ist die Situation durchaus ähnlich. In Fällen, die nicht sehr schwer sind, kann die automatische Übersetzung durchaus praktisch sein, jedoch ist die Zuverlässigkeit fragwürdig, insbesondere in komplizierten Fällen, wo ein echtes Risiko für den Patienten besteht.

Für eine medizinische Übersetzung benötigt man neben Sprachkenntnissen auch umfassende Kenntnisse der medizinischen und pharmazeutischen Konzepte, was ein automatisches Übersetzungstool wie Google Translate (noch) nicht bieten kann. Die Funktionalität wird zwar jeden Tag besser, aber virtuelle Lösungen sind noch weit davon entfernt, einen menschlichen Übersetzer zu ersetzten. Um Fehler, die für Patienten fatal sein könnten, zu vermeiden, ist es unabdingbar, eine Übersetzungsagentur einzuschalten, die auf medizinische Übersetzungen spezialisiert ist und über ein entsprechendes Netzwerk qualifizierter Übersetzer verfügt.